Wasser einfrieren — oder fliessen lassen. Du entscheidest.

Wasser fliesst. Das ist physikalisch so und daran ändert keine Kamera etwas. Aber das Bild, das du davon machst, kannst du komplett kontrollieren. Eingefroren, scharf, jeder Tropfen sichtbar — oder seidig weich, fast meditativ. Beides ist möglich, mit derselben Kamera, am selben Bach. Der Unterschied liegt in einer einzigen Einstellung: der Verschlusszeit.

Brennweite: 48mm, Blende: f/22, Belichtungszeit: 1.3 Sek, ISO: 50

Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Sensor Licht aufnimmt. Bei 1/1000 Sekunde passiert in diesem Bruchteil so wenig, dass sich das Wasser kaum bewegt — es wirkt eingefroren. Bei 1 Sekunde oder länger nimmt die Kamera die gesamte Bewegung auf und mittelt sie zu diesem bekannten, seidigen Effekt.

Brennweite: 70mm, Blende: f/4.5, Belichtungszeit: 1/60 Sek, ISO: 100

Ich zeige das gerne direkt am Wasser. Nicht weil es kompliziert ist, sondern weil man es einmal selbst erlebt haben muss. Den Moment, wo man die Verschlusszeit verändert und sieht, wie sich dasselbe Motiv komplett verwandelt — den vergisst man nicht mehr.

Was du dafür brauchst: eine Kamera mit manuellem Modus oder zumindest Zeitvorwahl (Tv / S), ein ruhiges Händchen bei langen Belichtungen — oder ein Stativ — und einen Bach. Den Rest klären wir draussen.

Lassen wir das Wasser fliessen!

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